Bei Kobo Writing Life sind wir der Meinung, dass jeder die Möglichkeit haben sollte, ein gutes Buch zu genießen. Als Autor oder Autorin spielst du eine entscheidende Rolle dabei, deine Bücher für Leser*innen zugänglich zu machen. Dieser Artikel enthält einfache Schritte, mit denen du die Barrierefreiheit deiner eBooks verbessern und ein breiteres Publikum erreichen kannst – basierend auf den besten Praktiken der eBook-Erstellung.
Warum Barrierefreiheit wichtig ist
Barrierefreie eBooks zu erstellen bedeutet nicht nur, inklusiv zu sein – es geht auch darum, mehr Leser*innen zu erreichen. Viele Menschen profitieren von barrierefreien Funktionen, darunter:
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Sehbehinderte Leser*innen: die Bildschirmlesegeräte oder anpassbare Schriftgrößen verwenden.
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Leser*innen mit Legasthenie: die spezielle Schriften und Abstände benötigen.
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Leser*innen mit motorischen Einschränkungen: die alternative Eingabemethoden nutzen.
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Alle, die ein personalisiertes Leseerlebnis bevorzugen.
Einfache Schritte zur Verbesserung der Barrierefreiheit
Wir haben einige wichtige Aspekte der Barrierefreiheit zusammengefasst, die du beim Erstellen deines eBooks beachten solltest.
Verwende eine klare und konsistente Formatierung
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Überschriften: Verwende in deinem Textverarbeitungsprogramm die korrekten Formatvorlagen (Überschrift 1, Überschrift 2 usw.). Das hilft Bildschirmlesegeräten bei der Navigation und sorgt für eine logische Struktur. Verändere nicht nur die Schriftgröße, um etwas wie eine Überschrift aussehen zu lassen – nutze die tatsächlichen Formatstile. Das ist entscheidend für Barrierefreiheit und Navigation.
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Absätze: Verwende Absatzformate. Halte Absätze kurz und prägnant. Vermeide unnötige Zeilenumbrüche innerhalb eines Absatzes und lass den Text natürlich fließen.
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Listen: Nutze die integrierten Aufzählungs- oder Nummerierungsfunktionen, anstatt Listen manuell mit Bindestrichen oder Zahlen zu erstellen. So können Bildschirmlesegeräte Listen korrekt erkennen und ankündigen.
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Konsistenz: Wende die Formatvorlagen im gesamten Buch einheitlich an. Wechsle nicht grundlos innerhalb eines Kapitels das Format.
Alternativtexte (Alt-Text) für Bilder hinzufügen
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Was ist Alt-Text? Alt-Text ist eine kurze Beschreibung eines Bildes, die von Bildschirmlesegeräten vorgelesen wird. Er bietet Kontext für sehbehinderte Leser*innen.
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Wie man Alt-Text hinzufügt: Klicke in deinem Textverarbeitungsprogramm mit der rechten Maustaste auf das Bild, wähle „Grafik formatieren“ oder eine ähnliche Option und suche nach einem Feld mit der Bezeichnung „Alternativtext“, „Beschreibung“ oder „Alt-Text“.
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Was schreiben? Sei beschreibend und prägnant. Statt „Bild von einer Katze“ schreib z. B. „Eine flauschige orangefarbene Katze schläft auf einem Fensterbrett“. Wenn das Bild rein dekorativ ist und keinen Bedeutungsinhalt trägt, kannst du es als dekorativ markieren. Wichtig: Wenn das Bild Text enthält, füge diesen in den Alt-Text ein.
Lesbare Schriftarten wählen
Auch wenn Leser*innen oft die Schriftart selbst anpassen können, hilft es, im Originaldokument eine klar lesbare Schrift zu wählen.
Schriftarten ohne Serifen (wie Arial, Helvetica oder Open Sans) gelten im Allgemeinen als besser lesbar als Serifenschriften.
Für ausreichenden Kontrast sorgen
Stelle sicher, dass es genügend Kontrast zwischen Text- und Hintergrundfarbe gibt. Schwarzer Text auf weißem Hintergrund ist am besten lesbar. Vermeide helle Schrift auf hellem Hintergrund (z. B. hellgrauer Text auf weißem Hintergrund).
Beschreibende Links verwenden
Wenn du Hyperlinks einfügst, verwende beschreibende Linktexte. Vermeide es, einfach die URL als Linktext anzuzeigen.
Ein Inhaltsverzeichnis einfügen
Ein gut formatiertes Inhaltsverzeichnis (TOC) erleichtert allen Leser*innen die Navigation – insbesondere denjenigen, die Bildschirmlesegeräte verwenden. Die meisten Textverarbeitungsprogramme können ein TOC automatisch auf Basis deiner Überschriftenformate generieren. Stelle sicher, dass dein TOC korrekt mit den Kapiteln verlinkt ist.
Festen Layoutsatz vermeiden (Reflowable Text ist entscheidend)
Stelle sicher, dass dein eBook „reflowable“ ist, also dass der Text sich automatisch an die Bildschirmgröße und die Einstellungen der Leserinnen anpasst. Vermeide feste Layouts, es sei denn, es ist absolut notwendig (z. B. bei komplexen illustrierten Büchern). Feste Layouts erschweren die Nutzung für Menschen mit Bildschirmlesegeräten oder für Leserinnen, die größere Schrift benötigen.
Metadaten sind wichtig
Stelle sicher, dass dein eBook vollständige und korrekte Metadaten enthält – einschließlich Titel, Autorinnenname und Beschreibung. So können Leserinnen dein Buch leichter finden und verstehen, worum es geht.
Einheitliche Spracheinstellungen
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Mehrsprachige Bücher: Kobo unterstützt viele verschiedene Sprachen. Wenn dein Buch mehrere Sprachen enthält, gib in den Metadaten die Hauptsprache an.
Sprachsynthese (Text-to-Speech, TTS) verstehen
Kobo unterstützt TTS für eBooks. Wenn du die anderen Barrierefreiheitsrichtlinien in diesem Artikel befolgst (klare Formatierung, richtige Spracheinstellungen), stellst du sicher, dass dein Buch gut mit TTS funktioniert. Die Qualität des TTS-Erlebnisses hängt außerdem vom Gerät und den Spracheinstellungen des Lesers ab.
Die Rolle von Kobo
Kobo engagiert sich für ein barrierefreies Leseerlebnis. Unsere Plattform unterstützt viele Funktionen zur Barrierefreiheit – darunter anpassbare Schriftgrößen, konfigurierbare Seitenränder und Kompatibilität mit Bildschirmlesegeräten. Wenn du diese Richtlinien befolgst, kannst du sicherstellen, dass deine Bücher optimal mit diesen Funktionen funktionieren.
Weitere Informationen findest du in den Richtlinien für barrierefreie Webinhalte (WCAG):
https://www.w3.org/WAI/standards-guidelines/wcag/